Donnerstag, 26. April 2007

Kampf dem Populismus

Während ich hier sitze und ein Interview mit einem der engstirnigen "Spielemüll frisst Kinderseelen"-Populisten lese, verhindert nur das Schnurren meiner Katze, dass ich in aggressives Schreien ausbreche.
Die Stilblüten des Herr Pfeiffer mit drei F möchte ich hier kurz kommentieren.

  • Die Tatsache, dass eine kleine Gruppe sich die Spiele dann trotzdem aus dem Internet herunter lädt ist nicht relevant.
    Nee, natürlich nicht. Weil ja die kleine Gruppe der potentiellen Amokläufer ohne Freunde und ohne echtes Leben viel lieber in den Laden gehen und dort beim Verkäufer betteln, er möge ihnen das verbotene Spiel bitte verkaufen, anstatt es sich schnell und unkompliziert aus dem Internet zu laden.
  • Wir können klar belegen, dass die Leistungskrise der Jungen in einem beachtlichen Ausmaß damit zusammenhängt, dass sie zu viel Zeit verdaddeln und zu wenig Zeit aufs Mathe- und Vokabelnlernen verwenden.
    Welches gesunde Kind zieht denn bitte Mathe- und Vokabelnlernen dem (Computer)-spielen vor? Dafür muss man nicht irgendwie gestört oder von Spielen beeinflusst sein, sondern einfach nur ein Kind.
  • Für uns ist jedoch das Durchschlagende, dass das Computerspielen für Schulnoten nicht förderlich ist.
    Mangelnde Anerkennung, desinteressierte und ausgebrannte Lehrer, fehlende Motivation, überfüllte Klassenräume und generelle Perspektivlosigkeit sind noch viel weniger fördernd.
  • Die Tester, die die Spiele nachspielen und für die Gutachter Inhaltsberichte erstellen, haben selber in Interviews offenbart, dass sie parallel dazu die Industrie bei der Herstellung der Produkte beraten, dass sie Tipps geben, wie die Spiele so gestaltet werden können, dass sie bestimmte Alterseinstufungen auch erreichen.
    Ja ach? Was ist denn schlimm daran, wenn Tester X dem Hersteller Y rät, die Gewalt in Spiel Z etwas zurück zu schrauben und stattdessen beispielsweise lieber das Spielerlebnis zu intensivieren?
  • Wir haben etwa festgestellt, dass sich unsere Beschreibungen des Inhalts nicht mit dem decken, was die USK den Gutachtern als Inhalt der Spiele beschreibt. Deshalb können wir nachvollziehen, dass die Gutachter zu anderen Einschätzungen gekommen sind als wir: Sie waren nicht voll informiert.
    Wenn sich diese Gutachter aus erster Hand informieren würden, dann wüßten sie auch wovon sie sprechen.
  • Die Bundesprüfstelle macht eine hervorragende Arbeit. Sie verhungert jedoch leider am ausgestreckten Arm der USK, weil sie in dem Augenblick ihre Zuständigkeit verliert, in dem ein Spiel eine Alterskennzeichnung erhält.
    Hält der die USK für so eine Art Sekte des Bösen, die nur darauf aus ist möglichst viel Unheil zu verbreiten?
  • Ich schlage vor, eine Abgabe für jedes verkaufte Computerspiel in Höhe von 50 Cent einzuführen. Das würde 20 Millionen Euro pro Jahr erbringen...
    Werden die Killerspiele, die ja verboten werden sollen, in dieser Milchmädchen-Rechnung bedacht?

  • Narf!
    Die Katze ist inzwischen gegangen, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Um mich weiterhin vor den Schreikrämpfen zu bewahren, nehme ich mir jetzt ein Buch und kasple mich damit aus der echten Welt und von den echten Problemen ab...

    1 relevante Meinungen:

    Daniel hat gesagt…

    Watten Idiot... je realitätsfremder desto besser und alle Spieler sind potentielle Amokläufer und die Gesellschaft is ja an alledem nich schuld.. Jippi willkommen in der Objektitvtät, der kerl hat nen argumentationsaufbau, as sis unglaublich

    da kann man sich nur aufregen

     

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